Psychiatrische Bedarfsabklärung

Die Abklärung, ob und welche Massnahmen der Psychiatriepflege durchgeführt werden sollen, wird von der OKP nur übernommen,
wenn die Pflegefachperson eine einschlägige zweijährige Berufserfahrung nachweisen kann (Art. 7 Abs. 2bis litt. b KLV).

Die Überprüfung dieser Voraussetzung obliegt den Versicherern. Der Einfachheit halber (und im Sinne einer freiwilligen Dienstleistung zugunsten ihrer jeweiligen Mitglieder)
haben santésuisse, der Spitexverband Schweiz und der SBK eine gemeinsame Kommission eingesetzt, die auf Gesuch hin diese Überprüfung übernimmt
und gegebenenfalls bestätigt, dass die Leistungserbringerin/der Leistungserbringer über die geforderte Berufspraxis verfügt.

Der Rechtsweg gegen Entscheide der Kommission ist ausgeschlossen, da es sich um eine freiwillige Leistung der Trägerorganisation handelt
und deren Schlussfolgerungen keine juristische Bindewirkung erzeugen.
Es steht daher den Pflegefachpersonen frei, direkt bei Versicherern um Anerkennung anzufragen.

 

 WICHTIG - BITTE BEACHTEN:

 Das Dossier wird abgelehnt, wenn...

 - nicht alle Dokumente vorliegen

 - der Antrag zum Stichtag noch nicht bezahlt ist (es gilt Datum des Kontoeingang) 

 - Nach erfolgter Ablehnung wird das "Nachreichen" von Dokumenten nicht akzeptiert.

 - Eingereichte Dossier werden nicht retourniert, sondern archiviert.

 - Auskünfte zu abgelehnten Gesuchen werden nur an die gesuchstellende Person abgegeben,
   wenn diese per E-mail unter Angabe der Gesuchsnummer verlangt werden.

 - Die Information an den Arbeitgeber über Zulassung oder Ablehnung des Gesuches erfolgt ausschliesslich
   über die gesuchstellende Person.

 

 

Hintergrund

Auf der Grundlage des Artikel 7, Abs.2bis lit.b KLV (Berechtigung zur Bedarfserhebung Psychiatrie)
treffen die Trägerverbände folgende Übereinkunft:

Im Sinne einer freiwilligen Dienstleistung setzen die Vertragsparteien eine Kommission ein,
die auf Gesuch der diplomierten Pflegefachperson hin überprüft und gegenenfalls bestätigt,
ob die Voraussetzungen nach Art.7, Abs 2bis lit.b KLV erfüllt sind.

Die Vereinbarung der Trägerverbände regelt das Verfahren und konkretisiert die anerkannten psychiatrischen
Arbeitsfelder und die Anforderungen an die nachzuweisenden Berufserfahrung.
 

Grundsätzliche Voraussetzungen für die Anrechnung praktischer Pflegetätigkeit in Psychiatriepflege
(aktualisiert, 03.07.2019) 

Diplomvoraussetzung
Sie müssen im Besitz eines Diploms in Pflege auf Niveau HF oder FH sein

oder berechtigt sein, den Titel diplomierte Pflegefachfrau HF / diplomierter Pflegefachmann HF zu führen.
Der Besitz eines Diplomes in Pflege auf Niveau DNI kann nicht angerechnet werden.

Praxistätigkeit und Psychiatrische Arbeitsfelder
Gemäss der Verordnung des EDI über Leistungen in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung, Art. 7,

muss die Pflegefachperson eine zweijährige praktische Tätigkeit zu 100% in der Fachrichtung Psychiatrie nachweisen,
um Bedarfsabklärungen in der Psychiatriepflege ausführen zu dürfen.

Die administrative Vereinbarung zwischen
santésuisse, SBK und Spitex Schweiz legt folgende Voraussetzungen fest:
Die praktische Pflegetätigkeit nach der Diplomausbildung kann
in den folgenden psychiatrischen Arbeitsfeldern erbracht worden sein (Artikel 2, Absatz 2):
a. Psychiatrische Kompetenzteams in Spitex-Organisationen
b. Psychiatrische Abteilungen in Pflegeheimen und -institutionen
c. Ambulante psychiatrische Tages- und/oder Nachtstrukturen
d. Ambulante psychiatrische Dienste
e. Psychiatrische Kliniken
f. Psychiatrische Abteilungen an Akutspitälern

Die Voraussetzung einer zweijährigen praktischen Pflegetätigkeit
in der Fachrichtung Psychiatriepflege ist erfüllt,
wenn die Pflegefachperson zwei Jahre zu 100% oder entsprechend länger bei einer Anstellung
zwischen 50-100% in einem anerkannten psychiatrischen Arbeitsfeld gearbeitet hat.
Pensen unter 50% werden nicht angerechnet (Artikel 2, Absatz1)

Praxiserfahrung
Sozialpädagogisch geführte Institutionen werden nicht als praktische Tätigkeit in psychiatrischer Pflege angerechnet,

es sei denn, die Arbeit wird gemäss den Kriterien und Voraussetzungen zur Anrechnung einer praktischen Pflegetätigkeit
innerhalb eines Kompetenzteams Psychiatriepflege in einer Spitex-Organisation oder in einer Pflegeinstitution, belegt.

Praxiserfahrung im Ausland
Eine Praxiserfahrung im Ausland von 12 Monaten wird angerechnet. Zudem muss mindestens ein Jahr Pflegepraxis

in der Schweiz erfolgt sein (ein Jahr bei einer Anstellung zu 100%; bei einem Anstellungspensum ab 50% entsprechend länger).

Anerkennung von Praxiserfahrung in der Schweiz bei einem ausländischen Diplom und dessen SRK-Anerkennung
Eine praktische Pflegetätigkeit in Psychiatriepflege in der Schweiz auf dem erforderlichen Diplomniveau II/HF/FH und den Kriterien entsprechend

kann erst ab dem Zeitpunkt des Erhalts der SRK- Anerkennung angerechnet werden.
Es wird auf das Datum des Anerkennungsdokumentes mit der Registrierungsnummer des Diploms abgestellt.

Weiterbildung
Weiterbildungen werden nicht als "praktische Tätigkeit" angerechnet.

Führungsfunktion
Funktionen mit ausschliesslicher Führungstätigkeit (z.B. Leitung und stellvertretende Leitung) werden nicht als praktische Pflegetätigkeit angerechnet.
Bei gemischten Funktionen müssen die Anteile zwischen Führungsaufgaben und praktischer Pflegetätigkeit im Zeugnis

oder in einer Arbeitsbestätigung mit den jeweiligen Stellenprozenten ausgewiesen werden.

Die oben aufgeführten Anforderungen müssen mit Arbeitszeugnissen und Unterlagen von der das Gesuch stellenden Person belegt werden.

Formulare siehe "Download"